Ramadan. Wieso, weshalb, Warum?

Ramadan ist die wichtigste Zeit im Jahr für die meisten Muslime. Was der Ramadan ist, was es bedeutet, zu fasten und weshalb Muslime dies tun, darüber möchte ich heute reden. Wichtig ist, dass alles aus meiner (religiösen) Sicht geschrieben ist. Je nach Auslegungsweise variieren die Definitionen und Wertstellungen von Ramadan.

Der Monat Ramadan gehört zu den fünf Säulen des Islams. Unter anderem gehören das Glaubensbekenntnis, das Pflichtgebet, die Pflichtabgabe sowie die Pilgerfahrt nach Mekka dazu. Sie sind die wichtigsten Regeln für Muslime. Das Fasten soll zur Besinnung dessen führen, was man besitzt, Dinge, die man im Alltag als selbstverständlich sieht, und die Wertschätzung hervorrufen. Es ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem Schöpfer, also ein Gottesdienst, der frei von Heuchelei sein muss. Durch das Fasten wird die Seele von Sünden gereinigt. Barmherzigkeit ist insbesondere in diesem Monat gefordert, die Bescheidenheit, Besinnung als auch die intensive Auseinandersetzung mit der Religion stehen im Fokus während Ramadan. Ein, ehrlich gesagt, großer Nebeneffekt ist die Optimierung der Selbstdisziplin.

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Gerichtet wird sich nach dem Mond. Im Gegensatz zur Verwendung des Sonnenkalenders, benutzen Muslime einen reinen Mondkalender. Somit verschiebt sich der Monat Ramadan 10 oder 11 Tage pro Jahr nach vorne (Letztes Jahr begann Ramadan Anfang Juni, dieses Jahr am 16. Mai!). Ramadan war der Monat, in dem dem Propheten Mohamed (sws) durch Allah (arabische Bezeichnung für Gott) der Koran offenbart wurde. Dadurch wird sich insbesondere während Ramadan intensiver mit dem Koran auseinandergesetzt. Man geht zu Abendgebeten, und oft zieht es einen öfter als sonst in die Moscheen.

Die Fastenzeiten werden durch Sonnenauf- und Untergang beschlossen. Das abendliche Mahl wird Iftar genannt, und bis zum nächsten Sonnenaufgang darf getrunken und gegessen werden. In das Fasten eingeschlossen ist nicht nur das Essen, sondern auch Lügen, Rauchen, Sexuelles, Betrügen, als auch viel Entertainment (Kino, Freizeitaktivitäten).

Ganz wichtig ist, das bestimmte Menschen vom Faden ausgeschlossen sind, sie DÜRFEN es nicht: Junge, Alte, Schwangere, Menstruierende, Stillende, und Kranke! Es ist Gesundheitsgefährdend und sie sind schlichtweg vom Fasten „befreit“.  Ganz ganz wichtig: Man beginnt mit dem Fasten, wenn man ein pubertäres Alter erreicht.

Was bedeutet Ramadan für mich? Ich freue mich jedes Jahr auf diese Zeit im Jahr. Dinge und Gedanken die mir direkt im Kopf erscheinen sind Familie, Barmherzigkeit, Besinnung und Freude. Eine kribbelnde Wärme erfüllt mich bei dem Gedanken daran, immer ein prall gefülltes Zuhause abends zu haben, mit Familie, Freunden, Bekannte, als auch Unbekannte! Man lädt ein, man  betet gemeinsam, genießt die Mahlzeit, ist umgeben von mitfastenden/gläubigen Brüdern und Schwestern. Niemand soll ausgelassen werden, man ladet insbesondere diese ein, die besonders hart für wenig Geld arbeiten, auch sie sollen einen großzügig gedeckten Tisch nach dem Fastenbrechen haben.

Der Monat Ramadan endet mit dem Fest Eid al-Fitr. Meistens bekannt als das Zuckerfest. Morgens beginnt das Fest mit einem Gebet in der Moschee, danach wir gefeiert, gegessen, gespendet. Man kleidet sich besonders, es ist ein besonders wichtiger Tag!

Nie bin ich meiner Religion so nah wie an Ramadan. Jeder um mich herum der fastet, beschreibt mir ähnliche Gefühle. Das heißt nicht, das es manchmal nicht hart ist. Mir fällt insbesondere der Verzicht auf Wasser manchmal schwer. Aber das Gefühl dieses kalten Schluck Wassers um 21:38 abends ist so unbeschreiblich und befriedigend, ich habe das Gefühl das ich nach Ramadan ein wenig mehr zur Ruhe gekommen bin, fühle mich besinnt, gereinigt. Meistens stelle ich meine Ernährung so um, das ich mich körperlich besser fühle als zuvor. Vitamine, Eiweiß etc. Werden so wichtig, ich möchte nichts mehr als klares Wasser. Man bezieht sich wieder mehr auf grundständige, unterschätzte Lebensmittel. Ich habe manchmal kurz vor Fasten brechen einen immensen Heißhunger auf Karotten, oder gesalztes Gemüse, das könnt ihr euch nicht vorstellen.

Was ich oft erlebe sind Menschen, die Fragen, ob sie vor einem Essen/Trinken können. Ich finde das jedesmal höchst respektvoll, jedoch ist der Ramadan genau dafür da, um nachzuempfinden, wie es ist wenn man nicht kann, Oder hat. Nur als kleine Side-Info für diejenigen die manchmal darüber nachdenken.

Ich hoffe das all die Fragen, die mir einige auf Instagram gestellt haben, hiermit beantwortet wurden! Danke nochmal dafür! Es gibt viel tiefgründigere Erklärungen für Ramadan, die sich insbesondere mit den religiösen Hintergründen befassen, aber ein knackiges Wieso/Weshalb/Warum schien mir dafür naheliegend!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Emanuel Schaub sagt:

    Vielen Dank für die Tiefen Gedanken zum Ramadan!
    Mein „Test“ Versuch wurde (leider?..) durch meine Rythmus Störungen.. .vereitelt.
    Gott sei Dank(und das von einem religiös unmusikalischen Menschen) halfen die Einnahme von Blütenpollen(allen Ernstes!)
    nach 3 Tagen!
    Man.. resp.ich bekomme regelrecht Anwandlungen auch solche Erfahrungen zu machen (prallgefülltes Zuhause etc..
    Vielleicht siegt der Wunsch über die Angst wenigstens ein oder mehrere.. Tage durchzuhalten.

    Auf jedenFall möchte ich in Remscheid in der Haupt Moschee beim Fest dabei sein..Gruss emanuel
    P:S. bin ich eigentlich engstirnig ;aber gestern beinen Fest der Kathollischen Gemeinde war ich geschockt über die Tattoes
    von zwei jungen Damen ,die kenne.
    Genau so unbiologisch wie das allgemeine Essen und anderes Verhalten (Un Biologisch = Un Ethisch= Unspirtuell)
    Neue Privat Doktrin…

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