Warum Selbstreflexion wichtig ist, aber auch das Scheitern an ihr.

Ich habe lange überlegt, ob ich mich diesem Thema widmen soll oder nicht. Denn auch meine Ansicht über meine eigene Selbstreflexion ist angreifbar, und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht immer zutreffend. Also seht das hier eher als Erinnerung daran, wie wichtig und nützlich es sein kann, sein eigenes Verhalten insbesondere im Bezug zu seiner Umwelt zu analysieren, kritisieren als auch es zu loben. Mir schwebte dieses Thema generell im Kopf herum, da ich bemerkt habe, dass sich in meinem Umfeld in letzter Zeit immer mehr Leute angesiedelt haben, die sich unfassbar intensiv mit der Reflexion ihres eigenen Verhaltens beschäftigen. Darauf folgend entstand folgender innerer Monolog: „Inwiefern schätzen mich Leute als reflektiert oder überlegt in meinem Verhalten ein? Ich selbst halte mich für relativ selbstreflektiert als auch fähig Kritik anzunehmen (das eher weniger als erstes, die Last einer angeblichen Perfektionistin), muss ich mir um meine Stellung und Wertung bei meinen Mitmenschen Gedanken machen? Do I need to step up the game?“. Nebenher flogen mir dutzende Szenarien durch den Kopf, die ich mit argwöhn und etwas peinlich berührt erneut (oder das erste mal) reflektierte, und feststellte das ich doch einige Dinge tue, die ich ganz nebenbei in meinem Unterbewusstsein als ok abstempelte. Und jeder kennt dieses schleichende, sich ärgernde Gefühl wenn man in Situation dies oder jenes hätte sagen können oder besser nicht sagen sollen. Am besten sind die Situationen die man bedauert, in denen man sich peinlich im Ton vergriffen hat. Sowas ärgert mich persönlich elementar. Wobei ich mich an diesem Punkt frage, ob ich, oder nur Wenige das so ansehen, und man manchmal auch einfach mit seinen Fehlern leben muss, ohne der besseren Variante hinterherzutrauern.

Es gibt bestimmte Dinge die will ich nicht einsehen, es gibt Fehler, von denen ich weiß das ich sie mache, aber sie passen nicht in meine Vision dessen, was ich gerne sein will und verkörpern möchte. Das ist ein wichtiger Knackpunkt. Nämlich das vorprogrammierte Scheitern an der Selbstreflexion. In ruhigen Momenten wie jetzt merke ich, dass das „auf die Schnauze fallen“, da ich bestimmte Fehler nicht zugeben will, da sie an meinem Ehrgefühl kratzen, mich dazu zwingen irgendwann über sie nachzudenken und sie eine „Zwangsreflexion“ in Gang setzten.

Nur, je mehr ich mich damit auseinander setzte, desto mehr bemerke ich Veränderung. Ich schätze meine Handlungen und Reaktionen viel schneller als auch sensibler und genauer ein, und es gibt mir immer mehr das Gefühl, mich selbst mehr zu kennen, und mich auf mich selbst verlassen zu können. Eine immer besser werdende Intuition in sozialen Situationen, aber ab und an ist es ok, das ein oder andere mal zu scheitern. (eventuell notwendig). Ich habe in den letzten zwei Jahren, zwei mir eigentlich nahe stehende Personen verloren, und merke im Bezug auf die eine Person, das es gut war sich zu distanzieren, basierend auf meinem Verhalten und das der Person. Die andere Person habe ich ziehen lassen, da ich eigene Fehler nicht schnell genug realisiert habe, oder vielleicht auch garnicht wollte, da es mit zu viel Kraft verbunden war, es aufrecht zu erhalten, oder gar sich der Problematik zu stellen.

Quintessenz: Es lohnt sich, genauer auf sein eigenes Verhalten zu schauen, als auch auf das der anderen. Ein kleiner Gedankenstoß am Abend, ich denke jeder hatte schon Begegnungen mit seiner Selbstreflexion.

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  1. Emanuel Schaub sagt:

    Hallo und Danke für den Beitrag : meine Selbstreflexion geht so weit…das beim „Fehlermachen“ mir selbst zusehe und manchmal dämliche,pseudokritische (als hörte mir jemand zu) Kommentare dazu! noch liefere.
    Also doppelt gemoppelt töricht!!
    Etwelche Erinnerungen inbezug auf „mich im Ton vergriffen zu haben
    habe ich leider!!! nur bei einer Person(und der !! hat es… verdient!

    Ansonsten wüte ich hinterher innerlich bis zu herzrythmusstörungen.. Schöne Grüsse emanuel

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