Modern Muslima. Paradox?

Dies hier soll ein Aufruf sein, ein Wachrütteln. Eine Aufforderung, um sich zu schauen, zu sehen was um einen passiert. Nämlich die Blockade der Emanzipation, sowie der interkulturellen Entwicklung, hervorgerufen durch den ständigen Zwang, sich zu rechtfertigen. Dies soll eine Entlastung für alle jungen Muslima sein, die sich rechtfertigen und erklären müssen für den Fakt, dass sie eine Muslima  sind, egal welcher Strömung sie angehören oder wie viel Platz die Religion in Ihrem Alltag einnimmt. Viele Menschen sind sich der Emanzipation der muslimischen Frauen nicht bewusst, und diese Grundannahme zwingt dazu, sich auf die Verteidigung zu reduzieren anstatt weiter gen Zukunft zu gehen. Muslimische Frauen sind Lehrerinnen, Auszubildende, Studentinnen, Doktorinnen, Mütter, Arbeitslose, und in jeglichem Beruf zu finden. Genau so wie andere Frauen, mit unterschiedlicher kultureller/religiöser Herkunft. Ich werde täglich aufgefordert, mich und meine Lebensweise zu erklären. Weil viele Menschen sich nicht vorstellen können, das ein junges, 19 jähriges Mädchen, Muslima, ohne Kopftuch, für Feminismus und Body Positivity kämpft. Eine große Klappe hat, als auch nicht durchgehend sagt, welchem Glauben sie zugehörig ist. Der Gedanke „Wird jemals der Zeitpunkt eintreten, in dem die Menschen Farbe, Kultur als auch Religion nicht als erstes in einem sehen, dich nicht kategorisieren oder dir nicht weniger zutrauen auf Grund dessen“ war werden? Unabhängig davon ist es so schon schwer genug multikulturell zu sein, man kann nicht zwei Kulturen durchgängig miteinander Verbinden, man ist immer mit der Konfrontation beider verbunden. Man fühlt sich mal mehr dem hingezogen, oder auch Wohler während man die Rolle der einen einnimmt, reine Handlung der Bequemlichkeit, andererseits kann sich dies unvorhersehbar schlagartig ändern.  Mit dieser täglichen inneren Auseinandersetzung zu leben, sollte meiner Meinung nach erleichtert werden durch das soziale Umfeld, ob Freunde, Job, Schule oder ähnliches. Die verteidigende Position ist ermüdend, nimmt einem unermessliche Mengen an Kraft und legt einem Hoffnungslosigkeit nahe. 

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Die Bedeutsamkeit des Identitätsbegriffes

Jeder Mensch nimmt innerhalb seiner Identität verschieden Rollen an, abhängig davon in welchem sozialem Umkreis er sich befindet. Deswegen werde ich mich niemals mit einem Satz vorstellen können. Womit soll ich anfangen? Bietet es sich an bei einem Bewerbungsgespräch darauf zu verweisen das ich konservativ muslimisch aufgewachsen bin? Oder das ich aufgrund meiner kulturellen als auch religiösen Identität ein breites Spektrum zu bieten habe? Ob Allgemeinwissen, oder Sensibilität für Menschen jeglicher Kultureller Herkunft. Ich finde mich zügig in die Rolle der perfekt integrierten Muslima ein. Die jedoch nicht so einfach zu erläutern ist, wie bereits angedeutet.

Der Unterschied zwischen Religion und Kultur

Blickt man auf heutige Boulevard Zeitungen, die News Spalte des Smartphones oder schaut die Tagesschau, so wird man oft mit Floskeln wie „Nach Gesetzen des Islams hat eine junge Frau die Ehre der Familie beschmutzt da sie sich scheiden lassen wollte.“ Erstmal sacken lassen. Für Menschen, die eine Unterscheidung zwischen Kultur und Tradition machen können, denen gefriert bei derartigen Aussagen das Blut in den Adern. Doch wie, und weshalb gelangen Aussagen wie diese in deutschen Pressemedien? Die einfache Antwort lautet: Verallgemeinerungen, die genutzt werden um von wichtigen, aktuellen Krisensituationen abzulenken und die Bevölkerung zu verunsichern. Wie man darauf kommt? Auch eine kurze, einfache Antwort. Social Media. Es gibt keine News WELTWEIT, die nicht binnen Sekunden auf Twitter oder Nachrichtenportalen landen. Das Zeitalter der sozialen Medien hat uns nebenbei folgenden Nebeneffekt geliefert: Die ständige Kenntnis über schreckliche Dinge die in der Welt passieren. Jeder Autounfall, jede Messerattacke als auch jeder Ehrenmord, oder ähnliches ist sofort für jeden erfassbar. Zusammenfassend möchte ich darauf hinaus, das Social Media als auch Nachrichten nicht wirklich hilfreich sind für die Aufklärung über integrierte Muslima. Wenige von uns sind auf Instagram und klären auf, wir gehen leider (noch) in der Masse des kategorischen Unterdrückung unter. Aber es gibt immer mehr junge  muslimische Frauen, die sprechen. Ich hoffe dass dies das herrschende Bild einer muslimischen Frau sich in das der „Modern Muslima“ verwandeln kann.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Emanuel Schaub sagt:

    Halo mein dümmliches Grinsen!? oder war ich belustigt über die Koinzidenz..(hffentlivh ist dies Wort mal richtig getippt..) über Ihre /Deine Art Muslima zu sein im Gegensatz zu dem“Outfit2(Pardon!1einer sehr konservativ gekleideten Studentin,
    die gerade aus dem Medienstellen Raum ging ,hätte Dir bestimmt nicht gefallen.

    So sind wir resp.bin ich so… an Äusserlichkeiten den Menschen zu entdecken ..

    Dabei kenne ich eine Hidjab Trägerin(schon wieder die Etquettierung..die Medizin studieren will und hofentlich auch eine Stelle/Praxis bekommen wird ..
    Ich fürchte da muss sich hier manches ändern bevor sie dass erreicht(sie hat ja noch 8 Jahre Zeit..

    Hätte sie nur diese tatooes die überall zu sehen sind,hätte sie es bestimmt leichter..
    Wie schön sind manche Hidjab Anzüge(bin Laie)gegenüber diesen
    hässlichen Haut Einritzungen Gruss emanuel

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